Pascal, Jennifer und Daniel C.
* 03. November 1999
03. November 1999
Geburtsort: Norddeutschland
Blumen für Traueranlässe

Pascal, Jennifer und Daniel C.

 

http://sternenfamilie.de.to

 

Hallo, wir sind die Drillinge Pascal, Jennifer und Daniel.

Ein Jahr, nachdem unsere Schwester Jessica in den Sternenhimmel einziehen musste, entschlossen sich unsere Eltern zu einem weiteren Versuch der künstlichen Befruchtung. Es war wie ein Wunder, denn alle drei eingepflanzten Eizellen haben sich eingenistet und so waren wir drei unterwegs. Mami und Papi hätten die ganze Welt umarmen können, so glücklich waren sie.

Die ersten drei kritischen Monate vergingen, aber wir entwickelten uns prächtig und es gab überhaupt keinen Grund zur Sorge. Mami und Papi begannen damit, langsam das Haus für uns drei umzubauen, denn schließlich sollten bald nicht nur drei, sondern gleich sechs Personen im Haus wohnen (damals wohnte Papis Mutter noch mit auf dem Bauernhof).

Am Spätnachmittag des 05. Oktobers, Mami war mit uns in der 17. Woche schwanger und ihr Bauch sah schon kugelrund aus, brachte Mami wie jeden Tag den Papi mit dem Auto zum 2km entfernt liegenden Ende der Weide, damit er dann zusammen mit den Kühen wieder nach Hause zum Melken laufen konnte. Unterwegs sahen Mami und Papi noch ihren 33-jährigen Nachbarn auf dessen Weide laufen, wie dieser seine Kälber versorgte. Mami setzte Papi dann ab und fuhr wieder nach Hause, um ein entspannendes Wannenbad zu nehmen.

Mami war gerade Zuhause angekommen, als auch Papi schon völlig außer Atem angerannt kam. Er rief nur "Enno ist tot" und ich solle sofort den Notarzt alarmieren und dann mitkommen. Gesagt, getan. Als gelernte Krankenschwester wusste Mami, was zu tun war und so jagten Mami und Papi gleich wieder mit dem Auto zur Weide. Papi blieb an der Straße, um den Rettungswagen einzuweisen und Mami begann mit der Reanimation des Nachbarn.

Leider wohnten Mami und Papi zu der Zeit sehr weit ausserhalb und es dauerte fast eine Stunde, bis der Notarzt endlich vor Ort war. Eine Stunde, in der sie unermüdlich weiter versuchte, den Nachbarn ins Leben zurück zu holen. Eine Stunde, die uns zum Verhängnis werden sollte.

Auch der Notarzt konnte nichts mehr für den Nachbarn tun, er starb als 33-jähriger Familienvater zweier kleiner Kinder an den Folgen einer verschleppten Scharlach-Infektion, wie die Obduktion später ergab. 

Mami konnte die ganze Zeit nicht denken, aber als Papi jetzt zu ihr kam und seine Hände auf ihre Schultern legte, kamen die Gedanken nur so ins Gehirn geschossen. Was war mit uns? Ging es uns gut?

Anstatt des Nachbarn wurde nun Mami mit dem Rettungswagen in die Klinik gefahren und die sofort durchgeführte Ultraschalluntersuchung bestätigte, was Mami insgeheim schon ahnte. Pascal war bereits zu den Sternen gereist und Jennifer und Daniel kämpften um ihr Leben. Vier Wochen dauerte dieser Kampf, dann sind wir alle zusammen in den Sternenhimmel gegangen.

In diesen vier Wochen ließ es sich Mamis Schwiegermutter nicht nehmen, ab und zu mal zu Besuch zu kommen. Das Verhältnis zu ihr war seit der Hochzeit unserer Eltern sowieso sehr angespannt, hatte Mami ihr doch ihren Sohn weggenommen. Jetzt aber saß sie immer am Bett und machte ihr Vorwürfe, weil sie als Krankenschwester nicht in der Lage sei, einem 33-jährigen Familienvater das Leben zu retten. Dann kamen noch Bemerkungen, dass Mami ja keine richtige Frau sei, wenn sie denn schon keine Kinder auf normalem Wege bekommen könne (übrigens liegen die Gründe für die künstliche Befruchtung bei Papi, nicht bei Mami). Zum Schluss war die liebe Schwiegermutter noch so nett und hat Mami täglich die Geburtsanzeigen aus der Zeitung vorgelesen. War doch nett, oder??? Von uns war nie die Rede. Es war ihr völlig egal, dass Pascal schon gestorben war und ihre größte Sorge war nur, dass Mami schnell wieder auf dem Hof mitarbeiten müsse, weil mehr als genug Arbeit vorhanden sei.

Mami war am Ende ihrer Kräfte. Als sie in die Klinik eingewiesen wurde, wurde sie darauf hingewiesen, dass die gynäkologische Station leider überfüllt sei und sie auf der Entbindungsstation untergebracht werden müsste, allerdings nicht zusammen mit einer frischgebackenen Mutti. Nun gut, ließ sich leider nicht ändern. Wir drei wurden noch am Tag unseres Todes per Kaiserschnitt auf die Welt geholt und nachdem Mami aus dem OP kam, wurde ihr mitgeteilt, dass auch die Entbindungsstation voll sei und sie auf eine innere Station verlegt werden würde. Damit war sie einverstanden, denn dann würde sie ja keine Schwangeren mehr sehen.

Am Abend nach dem Kaiserschnitt ging jedoch auf einmal die Zimmertür auf und Mami sollte eine neue Bettnachbarin bekommen. Mami war entsetzt, denn diese Zimmernachbarin lag in den Wehen und wartete freudestrahlend auf ihr Baby. Das war zuviel für Mami und nach einer durchweinten Nacht rief sie Papi an, dass er sie bitte nach Hause holen solle. Keine 24 Stunden nach dem Kaiserschnitt ließ Mami sich gegen ärztlichen Rat entlassen und die Bemerkung der Ärztin klingt ihr heute noch in den Ohren "Stellen Sie sich doch nicht so an! Sie werden noch vielen schwangeren Frauen begegnen!" Ja klar, aber nicht 12 Stunden, nachdem Mami ihre drei Babys verloren hat!!! "Vielen Dank noch im Nachhinein, Frau Dr. Sch..."

Zuhause angekommen wollte Mami sich sofort auf die Couch legen, aber sie traf fast der Schlag, als sie noch nichtmal in die Nähe ihrer Couch kam. Davor stand nämlich Schwiegermutters Bügelbrett mit einem riesigen Berg von Bügelwäsche (die gesamte Wäsche der letzten 4 Wochen) und Mamis Schwiegermutter stand grinsend in der Tür und meinte nur, dass die Wäsche bis abends gebügelt sein müsse, denn sie habe nichts mehr anzuziehen und schließlich sei das Bügeln von Anfang an Mamis Aufgabe gewesen. Ja, Mami hatte diese Aufgabe gerne übernommen, aber hätte die gnädige Dame in diesem Fall nicht 1x ihre Wäsche selber bügeln können?

Während Mami mit schlotternden Beinen da stand und die Wäsche bügelte, kam auch noch ihre Schwägerin an. "Ach, das ist ja schön, dass Du Zuhause bist, dann kannst Du ja heute Abend auf meine fünf Kinder aufpassen, weil wir zur Silberhochzeit wollen. Das hatten wir ja schon vor Monaten besprochen!"  Mami war sprachlos. 24 Stunden zuvor waren ihre Kinder gestorben und nun sollte sie auf die Kinder ihrer Schwägerin aufpassen und das so kurz nach dem Kaiserschnitt??? Mami konnte nicht mehr, sagte knallhart "NEIN" und ging ins Schlafzimmer ins Bett. Dort fand Papi sie später, als er von der Hofarbeit rein kam und er konnte nicht fassen, was Mami ihm da erzählte. Es folgte ein Streit, der bis vor 8 Monaten noch mehrere Gerichte beschäftigt hat, denn die Intrigen der lieben Verwandtschaft wurden immer schlimmer und sie haben Mami und Papi ohne Ende verklagt. Die Folge war, dass Mami und Papi im letzten Jahr den Bauernhof verkauft haben und jetzt endlich in Ruhe leben können. Die Verwandten wollten alles haben, jetzt haben sie nichts! Übrigens wurden sämtliche Klagen der Verwandten nach nervenzerreissenden Gerichtsverhandlungen abgewiesen.

Mami und Papi hatten nach unserer Reise in den Sternenhimmel gar keine Chance zu trauern. Niemand hat auch nur 1x danach wieder unsere Namen erwähnt, niemand hat Mami mal in den Arm genommen, es kamen nur bissige Bemerkungen, als bekannt wurde, dass wir Namen bekommen haben. "Wie kann man denn Namen vergeben, wenn die noch garnicht gelebt haben!"

Mami und Papi haben seitdem jedes Vertrauen in andere Menschen verloren. Wie kann man nur so gefühlskalt sein???

Leider konnten wir damals nicht bestattet werden, weil wir noch keine 1.000g gewogen haben. Inzwischen wurden diese Gewichtsangaben für totgeborene Kinder zwar auf 500g geändert, aber das hätte uns auch nichts genutzt, weil wir alle drei so um die 300 bis 400g gewogen haben.

Erst nachdem Mami in einem Sternenkinder-Forum mit anderen Sternenmamis reden konnte, geht es ihr besser und als sie dann Anfang des Jahres auch noch eine Homepage für uns gebastelt hat, erfuhr sie, wie tief die Liebe zu uns noch vorhanden ist. 10 Jahre nach diesem Ereignis kann Mami endlich sagen, dass sie unseren Tod überwunden hat.

Wir haben, neben unserer älteren Sternenschwester, ein Jahr später noch eine kleine Sternenschwester bekommen. Ihr könnt deren Geschichten unter Jessica C. und Jasmin C. lesen.

 

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"Meine lieben Engel! Wir haben uns so über Euch gefreut, als wir von Euch erfahren haben, aber das Glück war uns nicht gegönnt. Viel ist seitdem passiert, leider waren so ziemlich alle Geschehnisse seitdem negativer Art. Wir hoffen jetzt aber, dass nach dem Umzug in unser neues Heim auch endlich Frieden in unser Leben einziehen wird. Wie gerne hätten wir Euch bei uns, aber in unseren Herzen seid Ihr immer bei uns. Es vergeht kein Tag, ohne dass wir an Euch und Eure Geschwister denken.

 

Besucht doch auch unsere Homepage:

http://sternenfamilie.de.to

 

Pascal, Jennifer, Daniel! Mami und Papi lieben Euch und werden Euch niemals vergessen."